Autogenes Training

Autogenes Training – fast jeder hat diesen Begriff schon einmal gehört, nur wenige können mit ihm etwas anfangen. Diese Übersicht soll Ihnen diese psychologische Behandlungsmethode etwas ausführlicher darstellen. Begonnen mit einer Definition, über allgemein Hintergründe und die verschiedenen Techniken bis hin zu den Anwendungsgebieten.

 

Definition

Zunächst einmal ist es wichtig, den Begriff Autogenes Training überhaupt zu definieren, dass Sie sich etwas Genaueres darunter vorstellen können.

Autogenes Training dient als Entspannungsmethode, die auf Autosuggestion basiert. Autosuggestion bedeutet, dass das menschliche Unterbewusstsein konditioniert wird, etwas Bestimmtes zu glauben. Autogenes Training wurde erstmals von dem Berliner Psychiater Heinrich Schultz entwickelt und in seinem Buch „Das autogene Training“ festgehalten. Mittlerweile hat Autogenes Training viele Anhänger und es existieren Studien, die die Wirksamkeit beweisen.

 

Allgemeines

Autogenes Training existiert bereits seit den Anfängen des 20. Jahrhunderts. Dabei handelt es sich hier keineswegs um eine veraltete Methode. Die moderne Entspannungstherapie hat mehr Anhänger denn je und ist Gegenstand vieler medizinischer Studien, die die Wirksamkeit wissenschaftlich belegen.

Doch gehen wir einmal zurück zu den Anfängen des Autogenen Trainings. Heinrich Schultz hatte bemerkt, dass seine Patienten während seiner Behandlungen in der Tiefenentspannung häufig positive Ruhe-, Schwere- oder Wärmeempfindungen erlebten. Der Berliner Psychiater stellte die Überlegung an, ob diese Zustände auch selbst herbeigerufen werden können.

Diese Idee trieb ihn an, das Verfahren des Autogenen Trainings zu entwickeln. Genau dieses Verfahren ist bis heute üblich und zählt zu den wirksamsten und am häufigsten eingesetzten Entspannungsmethoden.

Das Prinzip hinter dem Autogenen Training ist eine Form der Selbsthypnose. Dieser Zustand soll bewirken, dass die körperlichen Funktionen wie Durchblutung, Atmung oder Pulsschlag in den Ruhezustand versetzt werden.

Ein wichtiges Merkmal ist hierbei, dass dieser Zustand durch gedankliche Konzentration und Ruhe erreicht werden soll. Sie können noch nicht ganz folgen? Das macht nichts! Wir zeigen Ihnen später einige Übungen und Techniken, die Ihnen das Training vorstellen sollen.

 

Technikbeschreibungen

Wie versprochen möchten wir Ihnen nun einen Einblick in verschiedene Techniken und Entspannungsmöglichkeiten liefern. Unterschieden wird prinzipiell zwischen einer Unterstufe und einer Oberstufe.

Die Übungen auf der Unterstufe sollen dazu führen, dass die körperlichen Vorgänge beeinflusst werden können. Dies ist für das Ziel des Autogenen Trainings, die beschriebenen wohligen Ruhe-, Schwere- oder Wärmeempfindungen.

Die zweite Phase des Trainings, die Oberstufe, nutzt eine Wach-Traum-Technik. Diese hilft dem Patienten, in seiner Vorstellung Bilder zu entwickeln. Diese Bilder sollen anschließend ins Bewusstsein gelangen und auf diese Weise reflektiert werden können. Aus diesem Grund wird das Autogene Training auch häufig als Konfliktbewältigung und der Erarbeitung neuer Lösungswege verwendet. Unter der nächsten großen Überschrift erfahren Sie allerdings mehr über die vielfältigen Anwendungsbereiche des Autogenen Trainings.

 

Übungen der Unterstufe

Beginnen wir mit den Grundübungen. Wir möchten Ihnen nun einige Übungen vorstellen, damit Sie eine gewisse Vorstellung der Technik und der Arbeitsweise des Autogenen Trainings erlangen.

Um die Kontrolle körperlicher Vorgänge zu erlangen, kann beispielsweise eine Schwereübung durchgeführt werden. Hierbei soll von einem Körperteil die Vorstellung der Schwere ausgehen. Sie stellen sich also vor, ein bestimmtes Körperteil ist plötzlich ganz schwer – sollte sich diese Schwere auf den gesamten Körper ausbreiten, zeugt das von allgemeiner Beruhigung.

Ebenfalls hilfreich kann eine Atemübung sein. Das Steuern der Atmung ist ein zentraler Bestandteil des Autogenen Trainings und bedarf daher viel Übung. Kontrollieren Sie Ihre Atemfrequenz, in dem Sie mehrmals ganz ruhig und tief einatmen. Konzentrieren Sie sich ausschließlich auf Ihre Atmung – bald werden Sie merken, dass Sie die volle Kontrolle über Ihre Atmung erlangt haben.

Doch die nahezu endlose Liste an hilfreichen Übungen geht weiter. Ebenfalls von Experten sehr geschätzt wird die Übung, welche Wärme suggerieren soll. Ähnlich wie bei der Schwereübung fühlt sich ein bestimmtes Körperteil plötzlich warm und wohlig an. Sinn dieser Übung ist es, dass die Blutgefäße geweitet werden – außerdem wird Ihr Körper gleichzeitig beruhigt, was für das Autogene Training ebenfalls ein zentraler Bestandteil ist. Ziel ist es, dass sich schließlich der ganze Körper wohlig und warm anfühlt. Sie werden schon bald merken, wie erstaunlich schnell es geht, die Kontrolle über die körperlichen Funktionen zu erlangen.

Der Geist und die Gedanken nehmen während des Autogenen Trainings ebenfalls eine tragende Rolle an. Durch die Gedanken steuern Sie nicht nur die körperlichen Vorgänge, sondern verarbeiten auch Geschehnisse und Stresssituationen. Umso wichtiger ist es deshalb, Ihre Gedanken zu nutzen und mit anderen Übungen zu kombinieren. Denken Sie beispielsweise an etwas Warmes, wohlige Sonnenstrahlen oder fließende Lava. Ziel dieser Gedankenübungen ist es, mit der sog. Sonnengeflechts-Übung die Verdauungsorgane zu entspannen und zu harmonisieren.

Das waren einige Übungen der Unterstufe. Wir hoffen, Sie haben einen groben Einblick in die Techniken und Arbeitsweise des autogenen Trainings erlangen können.

 

Übungen der Oberstufe

Nun kommen wir zur zweiten Phase des Trainings, der sogenannten Oberstufe. Wie bereits erwähnt, wird hier eine Wach-Traum-Technik angewandt.

Die Übungen der Oberstufe konzentrieren sich mehr auf den menschlichen Verstand. Etwaige Übungen wären das Auftreten lassen eines bestimmten Objektes oder anderer Menschen. Ebenfalls kann es hilfreich sein, eine bestimmte Farbe auftreten zu lassen oder Fragen an das Unterbewusstsein zu stellen.

Hierbei ist es allerdings wichtig, dass ein professioneller Berater zur Seite steht, der mit Ihnen die Situation bewerten und behandeln kann. Nur so ist eine optimale Stressbewältigung gewährleistet.

 

Anwendungsbereiche

Das Stichwort Stressbewältigung bringt uns zu unserer nächsten Überschrift, den Anwendungsbereichen des Autogenen Trainings.
Das Autogene Training wird sowohl bei psychischen als auch bei psychosomatischen Störungen eingesetzt. Mit den verschiedenen Übungen soll Ruhe und Entspannung erreicht werden. Aber auch ein verbessertes Konzentrationsvermögen kann Ziel des Trainings sein.

Autogenes Training fordert vor allem das Unterbewusstsein und den Umgang mit Stress. Patienten, die Autogenes Training in Anspruch genommen haben, weisen eine deutlich bessere Stressverträglichkeit auf. Aber auch bei chronischen Schmerzen kann das Autogene Training helfen, diese verschwinden zu lassen.

Wenden Sie sich einfach an den Arzt Ihres Vertrauens. Dieser wird, gemeinsam mit Ihnen, einen individuellen Übungsplan erstellen.

Sie werden feststellen, dass Sie nach dem Autogenen Training quasi ein anderer Mensch sind. Die Wirksamkeit des Trainings basiert allerdings nicht nur auf subjektiven Einschätzungen. Viele wissenschaftliche Studien haben sich intensiv mit dem Autogenen Training auseinandergesetzt und sind zu dem Schluss gekommen, dass es überaus positive Auswirkungen auf die menschliche Psyche hat.

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